Hamburg, mach‘ doch mal Platz für mich!

Wenn die Liebe aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, dann muss man schnell hinterher. Getrennt voneinander. Deshalb suche ich DRINGEND eine neue, klitzekleine Wohnung in Hamburg.

Nach dem ersten Fluchtreflex, nur schnell wegwegweg aus dem Haus, das ein paar Jahre mein Zuhause war, an dem sonst alles stimmt, nur eben die Liebe nicht mehr, weiß ich: Mein ganzes Leben wird sich ändern. Ich werde sehr viel weniger Geld haben, ich werde kaum alles, was mir gehört und seinen Platz fand auf gut 140 Quadratmetern plus Terrasse plus Garten mitnehmen können. Auch nicht die Eichhörnchen. Ich hatte eine schöne Zeit hier, ruhig, die tollsten Nachbarn und Vermieter der Welt, die jetzt Freunde sind und viel Luft zum Atmen. Das alles findet nun sein Ende. Das ist gut so und richtig. Ich brauche nun was ganz anderes. Ich bin jetzt eine Single-Frau. Ich brauche mehr Leben, mehr Alltag um mich, mit Kneipen und Einkaufsmöglichkeiten in Fuß- und Fahrradnähe. Zukünftig werde ich auch alles, was weiter entfernt liegt (Arbeitsstelle zum Beispiel), wieder mit dem HVV erledigen müssen.

Eine bezahlbare Wohnung in zentraler Lage ist nicht leicht zu finden. Ich bin bei der Saga registriert und bekomme die Angebote von immonet und immoscout24 per E-Mail zugeschickt. Aber ich weiß, dass ich Glück brauche und ein bisschen Hilfe. Denn auch wenn ich auf Twitter für meine Wünsche ausgelacht werde: Ich weiß, dass es sie gibt, die bezahlbaren und zentral gelegenen Wohnungen in Hamburg, ich habe selbst schon welche gesehen. Sie stehen nur meist nicht in irgendwelchen Zeitungen und Online-Portalen, sondern werden im Bekanntenkreis weitergereicht. Und da ihr zu meinem erweiterten Bekanntenkreis gehört, bitte ich euch um eure Hilfe. Bitte, wenn ihr jemanden kennt, der jemanden kennt, der gerade umzieht und einen Nachmieter braucht oder benennen darf:

DENKT AN MICH! BITTE!

Was ich suche:

Tja nun. Die sogenannten „üblichen“ Stadtteile. Eimsbüttel, Altona, Ottensen, Pauli, Schanze, Grindel, Neustadt und so, das übliche halt, eher westlich der Alster. Meinetwegen aber auch St. Georg und Hohenfelde. Zum einen, weil mir da hoffentlich weniger die Decke auf den Kopf fällt, als zum Beispiel irgendwo im Grünen, in Rahlstedt oder so, wo ich auf Busse hoffen muss, um wegzukommen. Zum anderen, weil ich weiß, dass ich dort nicht alleine bin. Ich habe Freunde und Bekannte, die ich leicht erreichen kann, sowie viele Möglichkeiten, schnell in den HVV zu hüpfen. Meine Kompromissstadtteile sind Barmbek, Eilbek und Borgfelde.

Ausgeben kann ich ca. 400,- € kalt (etwa 550,- € warm, also mit Heizkosten, eventuell einen Tick mehr,). Jaaa, jetzt wird wieder gelacht. Aber ich weiß, dass es das gibt. Ich habe eine solche Wohnung an der Angel, bis zur Entscheidung dauert es aber noch. Und ich mag mich nicht alleine darauf verlassen.

Alles andere ist erstmal nebensächlich. Natürlich wäre ein Balkon toll und eine Badewanne. Und natürlich wären anderthalb Zimmer oder gar zwei irgendwie besser als nur eines und natürlich machen Holzdielen mehr her als Linoleum. Und eine Einbauküche wäre natürlich furchtbar praktisch. Aber, ehrlich: Das ist gerade nicht so wichtig.

Wichtig ist: So schnell wie möglich, also ab jetzt. Meine Wohnung ist gekündigt und allerallerspätestens zum 1. August brauche ich eine neue Bleibe. Aber so lange möchte ich es eigentlich gar nicht mehr aushalten. Und: Ich möchte keine Zwischenmietungslösung und auch keine WG. Achja, und möbliert sollte sie auch nicht sein. (Über gewisse Dinge, wie Waschmaschine oder Kühlschrank kann man aber reden.)

Falls ihr nun niemanden kennt, der jemanden kennt, dann freue ich mich auch über irgendwelche Insider-Tipps. Sowas wie: Wo lässt sich welcher Hausmeister mit einer Flasche Schnaps bestechen? Oder so. Irgendwas, wo man nicht drauf kommt, wenn man es nicht zufällig schon mal gehört hat. Und schreit es bitte in die Welt, ganz laut. 

Dankeschön!

P.S. Schickt mir bitte keine immonet-Angebote mehr. Die kenne ich alle schon. 

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23 Gedanken zu „Hamburg, mach‘ doch mal Platz für mich!

  1. Hi Popinga, vielleicht hast Du’s schon so versucht, vielleicht funktioniert es aber auch nicht in HH. In Köln jedenfalls hat ein Arbeitskollege eine Anzeige im örtlichen Stadtblatt reinsetzen lassen. Nun gut, er ist Ing. und im öffebtlichen Dienst, aber manche Eigentümer (vor allem Onis und Opis) haben sicher keinen Bock auf 20-30 Mann Hausbesichtigungen an 2 Tagen und am Ende die Qual der Wahl.

    Vielleicht ist so ne Anzeige ja sogar für kleines Geld zu bekommen. Auch wenn wir kein Print mehr lesen, Omis machen das!

    Viel Erfolg weiterhin!

  2. Ja. Du musst nerven. Und zwar mit Vollgas.
    Die Idee mit der oben erwähnten Anzeige im Abendblatt ist allerdings eher für 4 Zimmer Whg geeignet. Aber wenn Geld keine Rolle spielt, mach das auch. Du musst eh alles machen um eine bezahlbare Wohnung zu finden. „Professorentochter sucht …“ oder so. Was Oma-kompatibles.

    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Zwischenmiete in WGs extrem gut funktioniert.
    Macht den Kopf frei.
    Neue Leute, Umgebung, erstmal sortieren bevor man sich wieder niederlässt. So etwas findet sich auch gravierend schneller als eine Zweizimmerwohnung mit Balkon in Eimsbüttel für 400 Euro.

    Und ganz ehrlich?
    Für 400 Euro wirst du in Eimsbüttel kaum etwas bis gar nichts finden.
    Hat dir das schonmal jemand gesagt? (oder ist zwischenzeitlich ein Wunder geschehen?)

    • Lieber Sven,

      deinen Artikel über deine Erfahrungen bei der Wohnungssuche fand ich wirklich sehr hilfreich. Aber ich frage mich jetzt, was dein leicht überheblicher Tonfall jetzt soll. Mit so einem Tipp wie „Mach‘ den Kopf frei“ kann ich wenig anfangen. Nein: Gar nichts! Ich nehme jetzt einfach mal an, dass du mich nicht kennst und somit nichts über meinen Hintergrund weißt. Ich bin alt genug, zu wissen, was mir jetzt gut tut und was nicht. Eine WG als Zwischenlösung kommt für mich nicht in Frage. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Ich werde mich nicht dafür rechtfertigen.

      Und ja, es gibt sie, diese Wohnungen. Ich weiß von einer, bei der ich in der engeren Auswahl bin. Und eine Freundin von mir ergatterte gerade eine für unter 500,- warm in Eimsbüttel. Zwei Zimmer, Holzdielen, Balkon. Diese Ansprüche stelle ich nicht einmal (wenn du aufmerksam gelesen hast). Ich lege nicht mal eine Wohnungsgröße fest. Aber es ist eben so, wie ich es beschrieb: Diese Wohnungen tauchen gar nicht erst irgendwo auf. Sie gehen im Bekanntenkreis weg. Deshalb schrieb ich diesen Post, in der Hoffnung, dass irgendwer an mich denken mag, wenn er in seinem Bekanntenkreis davon hört.

  3. Das tut mir Leid.
    Die Erinnerung an das riesen Drama meiner Wohnungssuche hat mich im Ton vergreifen lassen. Bei mir war die Zwischenmiete eine sensationell gute Idee und darauf bezog sich das Kopf frei machen. Ich hatte die Wohnungssuche, die mich neben Job und Restfamilie unfassbar und deutlich zu viel Zeit und Kraft gekostet hat für eine Weile vom Tisch. Das meinte ich, aber du hast Recht, ich hätte es anders formulieren sollen.

    Ich wünsche dir wirklich viel Glück für die erwähnte Wohnung aus dem Bekanntenkreis. Ich hoffe, du kannst das jetzt noch annehmen.

    • Das kann ich annehmen. Danke dir.:o) Inzwischen bin ich etwas dünnhäutig geworden, weil ich derlei Kommentare schon haufenweise auf Twitter hörte. Und ich weiß: Es gehört auch ein wenig Glück dazu. Und ich weiche von meinen Wünschen durchaus ab, wenn ich merke, dass es so einfach nichts wird.

  4. Gehört zwar nicht zu Deinen genannten Stadtteilen, aber in Rothenburgsort gibts
    – preiswerte Wohnungen (bei Deinem Budget auch 2,5 – 3 Zimmer)
    – Einkaufsmöglichkeiten für den Grundbedarf (Penny, Aldi, Lidl, Budni)
    – Busse im 10-Minuten-Takt
    – Citynah + schnell im Grünen
    – für Stadt recht ruhig

    • Ähnliches gilt auch für Wilhelmsburg, Veddel, Wandsbek und x andere Stadtteile. Das weiß ich alles. Aber es gibt Gründe, warum ich mir eben andere aussuchte. Ein paar nannte ich in dem Post. Und wenn ich dort so überhaupt nichts finden kann, kann ich immer noch woanders suchen.

  5. Hast du schon mal versucht, bei einer Genossenschaft anzufragen? Ich weis, da gehört etwas Glück dazu und dann sind ja auch noch die Genossenschaftsanteile da, aber wir haben auch eine Altbauwohnung in Eimsbüttel gekriegt und zahlen warm für 56qm 570€. Wir sind bei der vhw, man kann sich da eintragen oder einfach bei der zuständigen Frau da anrufen, die Wohnungen stehen nämlich meistens nicht im Netz. http://www.vhw-hamburg.de/vhw/pages/content/reg1/nav1_05/nav1_05.php?howSort=4060. Vielleicht einfach mal versuchen :)

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